Nach wie vor sind die Autokäufer bei Elektroautos zurückhaltend, was nach Ansicht von Politikern und Experten aus dem Automobilbereich an der fehlenden Ladeinfrastruktur und der geringen Reichweite der Fahrzeuge liegt. Andere Fachleute sehen bei zunehmender Elektromobilität sogar die Stabilität der Stromnetze in Gefahr und warnen vor einem zu schnellen Ausbau der Lademöglichkeiten. Wie soll es also in Zukunft weitergehen mit der Elektrifizierung der Autowelt?

Eine Erhöhung der Reichweite wird in den nächsten Jahren durch die Fortschritte bei der Batterietechnologie mit großer Wahrscheinlichkeit kommen. Unklar ist aber, wie schnell die Entwicklung auf diesem Sektor fortschreitet. Reichweiten über 500 Kilometer schaffen derzeit nur sehr teure rein batteriebetriebe Autos oder Brennstoffzellenfahrzeuge. Doch auch bei letzteren ist die mangelnde Versorgung mit Tankmöglichkeiten derzeit noch ein Problem, abgesehen davon gibt es nur sehr wenige Serienmodelle zu kaufen. Betrachtet man die Energieeffizienz, so liegt der Wirkungsgrad der Brennstoffzelle unter Berücksichtigung des Herstellungsprozesses für den Wasserstoff bei maximal 30 %. Reine batteriebetriebene Fahrzeuge erreichen mindestens 65 %. Hersteller wie Mercedes und Toyota gehen aber davon aus, dass sich die Brennstoffzelle durchsetzen wird und werden in den kommenden Jahren entsprechende Modelle auf den Markt bringen. Andere wie BMW sehen die Zukunft in den nächsten Jahren dagegen in batterieelektrischen Autos und Plug-In Hybriden mit Verbrennungsmotor.

Diese müssen aber aufgeladen werden und Tatsache ist, dass bei weitem nicht jeder Haushalt, weder in Deutschland noch woanders auf der Welt, die Möglichkeit hat, zuhause einen eigene Wallbox zu installieren, um daran ein oder sogar mehrere Autos laden zu können. Viele Fahrzeuge fristen ihr Dasein als Laternenparker, da es keine festen Stellplätze für die Wohnung gibt. Über Nacht das Ladekabel aus dem Fenster hängen zu lassen und auf die Straße zu legen, ist sicher nicht die beste Idee. Also müssen Lösungen gefunden werden, die es allen Fahrern ermöglichen, die Akkus ihrer Autos so zu laden, dass die Mobilität genauso gewährleistet wird, wie es mit den Verbrennungsmotoren der Fall ist. Und ohne die Stromnetze zum Glühen zu bringen.

Eine Lösung, die ohne Ladekabel auskommt, basiert auf der induktiven Ladung der Batterien. Hierzu wird das Fahrzeug über eine auf dem Boden montierte Ladeplatte gefahren und per Induktion aufgeladen. Solche Ladeplatten lassen sich nicht nur zuhause in der eigenen Garage installieren, sondern auch in Parkhäusern oder speziellen Parkbuchten auf öffentlichen Straßen.

Bereits in einigen Städten im Test ist die Integration von Ladesäulen in Straßenlaternen. Dies hat den Vorteil, dass durch die Laternen eine bereits existierende Infrastruktur genutzt werden kann und diese mit den Ladesäulen nachgerüstet werden können. Problematisch ist allerdings, dass die vorhandenen Stromleitungen nicht überall ausreichen, um die Ladesäulen zu versorgen.

Interessant ist auch der Ansatz, dass sich die Elektroautos gegenseitig aufladen können. So will beispielsweise das Münchener Startup Sono Motors mit seinem Sion die Möglichkeit bieten, anderen Elektroautos Ladestrom zur Verfügung zu stellen. Seine eigenen Batterien lädt der Kleinwagen nicht nur mittels Ladekabel, sondern auch über eingebaute Solarmodule. Darüber hinaus gibt es Planungen, die Energie aus aufgeladenen Fahrzeugakkus in das Stromnetz zurückzuführen und somit zu einer Entlastung der Kraftwerke beizutragen. Hieran arbeitet unter anderem die ebenfalls aus München stammende Firma „Mobility House“.

Es ist viel Bewegung im Automobilbereich und der Weg in Richtung Elektromobilität ist richtig und nicht aufzuhalten. Doch es sind auch noch viele Anstrengungen nötig, um die Luftqualität zu verbessern und die Abgasbelastung zu reduzieren.  Dazu gehört auch der weitere Ausbau der regenerativen Energien zur Stromerzeugung. Dabei spielt die Politik eine ebenso entscheidende Rolle wie bei der Entwicklung der automobilen Zukunft.

 

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