Als ich die Bezeichnung AdBlue zum ersten mal hörte, hatte ich Assoziationen von einem strahlend schönen Sonnentag am Meer, mit einem kühlen Cocktail in der Hand den Blick auf tiefblaues Wasser gerichtet. Vielleicht hat sich der Deutsche Verband der Automobilindustrie genau deshalb diesen wunderschönen Namen für die Marke schützen lassen und will uns damit ein Stück heile Umwelt suggerieren.

In Wahrheit handelt es sich aber um eine wässrige Harnstofflösung, die den Stickoxid-Ausstoß von Dieselmotoren um bis zu 90 % senken soll, damit die Fahrzeuge die Euro 6-Norm erfüllen. Da AdBlue nicht in den Kraftstoff sondern erst in die Abgase injiziert wird, muss es in einem separaten Tank im Fahrzeug mitgeführt werden. Chemisch gesehen besteht AdBlue aus 32,5 % Harnstoff und aus demineralisiertem Wasser. Daher ist es als ungefährlich eingestuft, kann bei Hautkontakt aber leichte Reizungen hervorrufen.

Nachfüllen kann man als Autofahrer die Flüssigkeit selber, wenn man der Bedienungsanleitung entnommen hat, wo sich der Einfüllstutzen denn befindet. In Baumärkten, Autozubehörläden und an Tankstellen bekommt man AdBlue im Kanister, meistens mit fünf oder zehn Litern Inhalt. Einige Tankstellen bieten es auch an eigenen Zapfsäulen an.

Wie funktioniert das?

AdBlue wird bei laufendem Motor mit einem Druck von bis zu 8,5 bar vor dem Katalysator in den Abgasstrom eingespritzt, wobei Ammoniak freigesetzt wird. Dieser reagiert in dem SCR-Katalysator des Autos mit den Stickoxiden (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid) und wandelt diese in Stickstoff und Wasserdampf um.

Die Kosten

Die Autohersteller geben an, dass der Verbrauch von AdBlue bei etwa 5 % des Kraftstoffverbrauchs liegt. In der Realität verbrauchen die Fahrzeuge aber etwas mehr, bis zu 10 % sind durchaus nicht unüblich. Ein Auto, das 6 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbraucht, benötigt auf dieser Strecke also zusätzlich etwa 0,6 Liter AdBlue. Bei einem Literpreis von etwa 1,50 – 1,80 € fallen somit zusätzlich etwa 80 Cent pro 100 Kilometer an. Im Gegenzug kann durch den Einsatz der Technologie der Kraftstoffverbrauch um bis zu 8 % gesenkt werden – eine nicht zu sportliche Fahrweise vorausgesetzt – so dass man einen Teil der Mehrkosten im Betrieb wieder einfahren kann.

Allerdings bezahlt man die Technologie auch mit höheren Anschaffungskosten für das Fahrzeug. Neben dem zusätzlichen Tank für AdBlue wird auch eine Heizung benötigt, da die Flüssigkeit ab -11,5 °C gefriert. Außerdem sind die benötigten SCR-Katalysatoren teurer als die beispielsweise bei Benzin-Motoren verwendeten Katalysatoren.

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